Dieses Glossar enthält wichtige Begriffe und Definitionen aus der Welt der Uhrmacherei und Armbanduhren. Es bietet umfassende Informationen zu mechanischen Uhren, Uhren mit Aufzug, Quarzuhren und elektrischen Uhren.
Allgemeine Uhrmacherbegriffe
Uhrmacherkunst: Es handelt sich um den Wissenschaftszweig, der sich mit der Zeit und ihrer Messung beschäftigt. Er befasst sich mit dem Entwurf, der Herstellung und der Reparatur von Uhren, Uhrwerken und anderen Zeitmessgeräten.
Wählen: Das Zifferblatt der Uhr. Dies ist der Teil, in dem sich die Stunden-, Minuten- und anderen Anzeigen befinden und wo die Uhrzeit abgelesen wird.
Fall: Das äußere Gehäuse, das das Uhrwerk und das Zifferblatt vor äußeren Einflüssen schützt.
Armband: Der Teil, mit dem die Uhr am Handgelenk befestigt wird. Er kann aus verschiedenen Materialien hergestellt werden, darunter Leder, Metall und Gummi.
Krone: Knopf zum Einstellen und Aufziehen der Uhr.
Lünette: Ein Ring, der sich normalerweise oben auf dem Gehäuseboden, rund um das Glas, befindet. Bei Taucheruhren kann er zusätzliche Funktionen haben, beispielsweise die Zeitmessung.
Arabische Ziffern: Zahlen wie 1, 2, 3 werden verwendet, um die Uhrzeit auf einem Zifferblatt anzuzeigen.
Römische Ziffern: Auf einem Zifferblatt werden Zahlen wie I, II, V, X verwendet.
Hand: Die Zeiger, die die Zeit anzeigen, wie beispielsweise der Stunden- (Stunde), Minuten- (Minute) und Sekundenzeiger.
Index: Markierungen, die anstelle von Zahlen auf einem Zifferblatt verwendet werden.
Bandanstoßbreite: Die hornförmigen Verlängerungen des Gehäuses, an denen das Armband befestigt wird.
Kristall: Eine transparente Abdeckung, die das Zifferblatt schützt. Sie besteht normalerweise aus Saphir, Mineralglas oder Acryl.
Begriffe zu mechanischen Uhren
Mechanische Uhren sind Uhren, die Energie durch das Aufziehen einer Antriebsfeder (Triebfeder) speichern und funktionieren, indem sie diese Energie kontrolliert über eine Reihe von Zahnrädern und Federn freisetzen.
Stromversorgungs- und Scharfschaltmechanismus
Triebfeder: Ein spiralförmiger Metallstreifen, der Energie speichert, indem er um die Uhr gewickelt wird, und der die Energiequelle der Uhr darstellt.
Fass: Die zylindrische Box, in der sich die Feder befindet.
Aufzugswelle: Die Welle ist oben angebracht und dient zum Aufziehen der Feder.
Automatisches Aufzugswerk: Der Mechanismus, der es der Uhr ermöglicht, sich durch die Handgelenkbewegungen des Benutzers aufzuziehen, verfügt über ein Teil, das als Rotor bezeichnet wird.
Rotor: Bei Automatikuhren ein halbkreisförmiges Gewicht, das sich bei der Bewegung des Handgelenks dreht und die Antriebsfeder aufzieht.
Gangreserve: Der Zeitraum, der angibt, wie lange eine vollständig aufgezogene mechanische Uhr laufen kann, bevor sie erneut aufgezogen werden muss.
Gangreserveanzeige: Eine Komplikation auf dem Zifferblatt, die die verbleibende Laufzeit der Uhr anzeigt.
Getriebesystem (Getriebezug)
Getriebe (Getriebe/Räderwerk): Ein Zahnradsystem, das Energie von der Feder auf den Hemmungsmechanismus überträgt.
•Mittelrad: Es dreht sich normalerweise einmal pro Stunde und bewegt den Minutenzeiger.
•Drittes Rad: Es überträgt die Bewegung, die es vom Zentralrad empfängt, auf das vierte Rad.
• Viertes Rad: Es dreht sich normalerweise einmal pro Minute und bewegt den Sekundenzeiger.
Hemmung
Hemmung: Der entscheidende Mechanismus, der in regelmäßigen Abständen und auf kontrollierte Weise Energie vom Räderwerk auf das Schwingelement (Unruh) überträgt und so das Tick-Tack-Geräusch der Uhr erzeugt.
•Ankerhemmung: Der am häufigsten verwendete Hemmungstyp in modernen mechanischen Uhren. Er ist zuverlässig und präzise.
•Hemmungsrad: Ein Rad mit speziell geformten Zähnen, das Teil des Hemmungsmechanismus ist.
• Hacke (Palettengabel): Ein ankerförmiges Teil, das die Bewegung steuert, indem es an den Zähnen des Hemmungsrads befestigt wird.
Schwingsystem
Unruh: Das Rad, das hin und her schwingt und die Ganggenauigkeit der Uhr bestimmt. Es gilt als das „Herz“ der Uhr.
Unruhfeder (Unruhfeder/Spiralfeder): Eine sehr dünne Spiralfeder, die es der Unruh ermöglicht, in einem regelmäßigen Rhythmus zu schwingen.
Regler: Ein kleiner Hebel, mit dem die Geschwindigkeit einer Uhr durch Ändern der effektiven Länge der Unruhfeder eingestellt werden kann.
Stoßschutzsystem: Ein System, das verhindert, dass die empfindlichen Unruhzapfen bei Stürzen oder Stößen beschädigt werden (z. B. Incabloc).
Komplikationen
Komplikation ist die allgemeine Bezeichnung für zusätzliche Funktionen einer Uhr, die über die Anzeige der Zeit (Stunden, Minuten, Sekunden) hinausgehen.
Chronograph: Eine Komplikation, die Zeitintervalle misst und somit als Stoppuhr fungiert. Sie verfügt über zusätzliche Tasten zum Starten, Stoppen und Zurücksetzen.
•Flyback-Chronograph: Ein Chronographentyp, der sich sofort zurücksetzt und neu startet, wenn die Reset-Taste gedrückt wird, während der Chronograph läuft, ohne dass er angehalten werden muss.
•Rattrapante (Schleppzeiger-Chronograph): Ein komplexer Chronograph mit zwei überlappenden Sekundenzeigern, der zwei verschiedene Zeitzonen gleichzeitig messen kann.
Kalender:
•Datum: Gibt den Tag des Monats an.
•Tag-Datum: Zeigt den Wochentag und das Datum des Monats an.
•Jahreskalender: Zeigt Datum, Tag und Monat an; erfordert nur Ende Februar eine manuelle Anpassung (in Nicht-Schaltjahren).
• Ewiger Kalender: Äußerst komplexer Kalendermechanismus, der 100 Jahre lang (bis 2100) keine manuelle Anpassung erfordert, einschließlich Schaltjahren.
Mondphase: Komplikation, die die Mondphasen (Neumond, Vollmond, Halbmond usw.) in einem Fenster auf dem Zifferblatt anzeigt.
GMT (Greenwich Mean Time) / Dualzeit: Eine Komplikation, die zwei Zeitzonen gleichzeitig anzeigt. Sie wird normalerweise durch einen zusätzlichen 24-Stunden-Stundenzeiger angezeigt.
Whirlpool: Ein komplexer und prestigeträchtiger Mechanismus, der die Hemmung und die Unruh in einem Käfig beherbergt, der sich ständig um seine Achse dreht, um die negativen Auswirkungen der Schwerkraft auf die Präzision der Uhr zu reduzieren.
Minutenrepetition: Eine äußerst komplexe Komplikation, die beim Drücken eines Knopfes die Stunde, Viertelstunde und Minute mit Tönen in verschiedenen Tönen (wie Glockenspiele) ankündigt.
Alarm: Komplikation, die zu einer voreingestellten Zeit einen Alarm auslöst.
Begriffe zu Quarzuhren (Batterien) und elektrischen Uhren
Quarzuhren werden von einer Batterie angetrieben und nutzen die elektronischen Schwingungen eines Quarzkristalls zur Zeitmessung. Sie sind wesentlich genauer und erfordern weniger Wartung als mechanische Uhren.
Quarzkristall (Quarzkristall): Ein synthetischer Kristall, der bei Anlegen eines elektrischen Stroms mit einer sehr präzisen und konstanten Frequenz (normalerweise 32,768 Hz) vibriert und die Grundlage der Zeitmessung bildet.
Piezoelektrischer Effekt: Die Eigenschaft von Quarzkristallen, bei Anlegen von Elektrizität zu vibrieren und bei mechanischer Belastung ein elektrisches Signal zu erzeugen.
Batterie: Die Energiequelle, die die elektronischen Schaltkreise und den Motor der Uhr mit Strom versorgt.
Integrierter Schaltkreis (IC): Das elektronische Gehirn zählt die Schwingungen des Quarzkristalls, unterteilt diese Schwingungen in Sekunden-, Minuten- und Stundensignale und sendet Befehle an den Schrittmotor.
Schrittmotor: Ein kleiner Motor, der elektrische Signale von einem integrierten Schaltkreis in mechanische Bewegung umwandelt, die den Stunden- und Minutenzeiger bewegt.
LCD (Flüssigkristallanzeige): Eine Flüssigkristallanzeige, die in Digitaluhren verwendet wird, um die Uhrzeit und andere Informationen anzuzeigen.
Elektrische Uhr: Diese Uhren stellten eine Revolution vor der Quarztechnologie dar. Sie wurden zwar mit Batterien betrieben, nutzten aber zur Zeitmessung eine mechanische Unruh oder Stimmgabel. Sie stellten eine Übergangstechnologie zwischen mechanischen und Quarzuhren dar.
Stimmgabeluhr: Eine Art elektrische Uhr, die zur Zeitmessung die Frequenz einer elektrisch vibrierenden Stimmgabel anstelle einer Unruh nutzt. Das bekannteste Beispiel ist die Bulova Accutron, die ein kontinuierliches Summen erzeugt.
Solar (Solarbetrieben): Quarzuhrtechnologie, die über eine Platte unter dem Zifferblatt Lichtenergie in elektrische Energie umwandelt und in einem wiederaufladbaren Akku speichert.
Kinetik: Quarzuhrtechnologie, die die kinetische Energie des Trägers mithilfe eines Mechanismus, der dem Rotor in automatischen mechanischen Uhren ähnelt, in elektrische Energie umwandelt und einen wiederaufladbaren Akku auflädt.
Weitere wichtige Begriffe
Wasserbeständigkeit: Es bezieht sich auf die Fähigkeit einer Uhr, Wasser bis zu einem bestimmten Druck standzuhalten (normalerweise in Metern oder Atmosphären – ATM) Der Begriff „wasserdicht“ wird nicht mehr verwendet, da er irreführend ist.
Chronometer: Diese Bezeichnung wird Uhren verliehen, die über ein Zertifikat verfügen, das bescheinigt, dass sie den hohen Präzisionsstandards des Schweizer Kontrollinstituts für Chronometer (COSC) entsprechen. Dieser Begriff ist nicht mit dem Begriff Chronograph (Zeitmesser) zu verwechseln.
Siegel von Genf (Genfer Siegel / Poinçon de Genève): Ein prestigeträchtiges Zertifikat, das nur im Kanton Genf hergestellten Uhren verliehen wird und beweist, dass sie hinsichtlich Verarbeitung, Qualität und Dekoration sehr hohe Standards erfüllen.
Dekoration (Veredelung/Dekoration): Feine Verarbeitung, die aus ästhetischen Gründen an Teilen eines Uhrwerks angebracht wird. Beispiele hierfür sind Genfer Streifen, Perlage (Kreisschliff) und Anglage (Abschrägung).